Wechseljahre und Panikattacken – der Zusammenhang

Eine Frau sitzt verzweifelt am Boden – Panikattacken können in den Wechseljahren als Begleiterscheinung auftreten.

Plötzlich steigt der Puls an, ein Schwindelgefühl macht sich bemerkbar. Dann kommt das Schwitzen und Zittern, das Herzrasen und Herzstechen. Dazu schwirren ständig unbändige Gedankenströme im Kopf herum. So kündigen sich in vielen Fällen Panikattacken an. Besonders häufig treten diese in den Wechseljahren auf. Doch was für ein Zusammenhang besteht zwischen Wechseljahren und Panikattacken? Und was können Betroffene dagegen tun? Lesen Sie hier die Antworten.

So macht sich eine Panikattacke in den Wechseljahren bemerkbar

Jede Frau jenseits der 40 vermutet, wenn sie aus heiterem Himmel Schweißattacken bekommt, dann ist es soweit: Die Wechseljahre kündigen sich an. Denn über Begleiterscheinungen des Klimakteriums – ein anderer Begriff für Wechseljahre – wie Hitzewallungen oder die Veränderung der Periode wird viel berichtet. Deutlich weniger thematisiert werden die seelischen Beeinträchtigungen. Neben Depressionen, Schlaflosigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten, sind auch Panikattacken eine häufige Folge. Bemerkbar machen sie sich beispielsweise durch:

  • Gefühl der Atemnot
  • beschleunigte Atmung
  • Schweißausbrüche
  • Herzrasen
  • erhöhter Puls
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Unwohlsein
  • trockener Mund

Hinzukommen meistens noch eine plötzlich auftretende Unsicherheit, Realitäts- und/oder Kontrollverlust sowie schwer zu beschreibende Ängste.

Es gibt Frauen, bei denen sich die Wechseljahre noch nicht durch die typischen körperlichen Begleiterscheinungen wie plötzliche Hitzewellen oder das Ausbleiben der Periode angekündigt haben. Für diese ist es besonders schwierig, ihre Angstgefühle und Panikattacken mit den Wechseljahren in Verbindung zu bringen. Vielmehr sind sie einfach ratlos und wissen nicht, was ihnen fehlt.

Panikattacken in den Wechseljahren: Die Ursachen

Gemütsveränderungen in den Wechseljahren kommen plötzlich und meist ohne Vorwarnung: Gestern standen Sie noch fest mit beiden Beinen im Leben und heute fühlen Sie sich ängstlich, verletzlich und verunsichert – und das ganz ohne nachvollziehbaren Grund. Manchmal wird aus dem Gefühl der inneren Unruhe sogar eine regelrechte Panikattacke. In den Wechseljahren schlägt die hormonelle Veränderung des Körpers vielen Frauen auf die Stimmung. Doch woran liegt das?

Hormone beeinflussen die Psyche

Auslöser für Panikattacken sind vor allem die hormonellen Veränderungen, die der Organismus einer Frau in den Wechseljahren durchläuft. Für die erste Phase der Menopause (Wegbleiben der Monatsblutung) ist es typisch, dass der Körper weniger Progesteron produziert – dadurch fällt der Eisprung immer häufiger aus. Aus diesem Grund gerät das Gleichgewicht der Sexualhormone Östrogen und Progesteron durcheinander, da die Östrogene nun dominierend vorkommen. Die vermehrten weiblichen Geschlechtshormone hemmen Botenstoffe, die müde machen und angstlösend wirken. Das führt mitunter zu innerer Unruhe, Angstzuständen oder Panikattacken – im weiteren Verlauf der Wechseljahre ist dann der sinkende Östrogenspiegel verantwortlich für die Beeinträchtigung der weiblichen Psyche.

Das Älterwerden hinterlässt Spuren auf der Seele

Auch wenn jede Frau diese hormonellen Veränderungen in ihren Wechseljahren durchläuft, haben nicht alle deswegen mit psychischen Auswirkungen zu kämpfen. Daher gibt es noch weitere Faktoren, die das Entstehen von Panikattacken in der Menopause begünstigen.

Zusätzlich kann auch das Auseinandersetzen mit dem Älterwerden die Seele belasten. In unserer Gesellschaft wird vor allem bei der weiblichen Bevölkerung ein jugendliches Erscheinungsbild als attraktiv bewertet – viele Frauen in den Wechseljahren müssen daher erst lernen, ihren alternden Körper zu akzeptieren. Das ist einfacher gesagt als getan: So fällt es einigen Frauen schwer, sich von solchen selbstkritischen, oberflächlichen Gedanken freizumachen. Sie geraten in ein psychisches Ungleichgewicht.

Eine Phase der Veränderung und Neuorientierung

Oft ist die Zeit der Wechseljahre für Frauen ein Lebensabschnitt, in der sie sowieso schon vielen seelischen Belastungen ausgesetzt sind und sich neu orientieren müssen: Die Kinder sind eventuell gerade ausgezogen und die Möglichkeit, noch einmal Mutter zu werden, verschwindet. Vielleicht sind auch die Eltern oder Schwiegereltern erkrankt und müssen gepflegt werden. All das sind stressige und sehr belastende Situationen, die das seelische Wohlbefinden beeinflussen können und sich dann bei einigen Frauen in den Wechseljahren als Erscheinungen wie Panikattacken äußern.

Maßnahmen bei Panikattacken in den Wechseljahren

Die neuen unangenehmen Empfindungen in den Wechseljahren – wie plötzlich auftretende Panikattacken – belasten den gesamten Alltag vieler Frauen. Was können Sie dagegen tun?

Bescheid zu wissen, kann hilfreich sein

Auch wenn es recht banal klingt: Für viele Frauen ist es bereits eine große Erleichterung, wenn sie die Wechseljahre als Erklärung für ihre Panikattacken und Ängste feststellen können. Zu akzeptieren, dass der Grund die Wechseljahre sind, ist für viele einfacher, als befürchten zu müssen, dass sie eventuell an einer ernsthaften psychischen Störung leiden. Denn psychische Veränderungen, die aufgrund der Menopause entstehen, verschwinden meist nach einiger Zeit wieder, sobald sich der Körper an die hormonelle Veränderung gewöhnt hat. Liegt eine ernsthafte psychische Störung vor, dauert diese meist deutlich länger an und erfordert eine intensive Therapie.

Möglichkeiten, um mit den Panikattacken leben zu können, gibt es einige. Es können pflanzliche Präparate eingenommen werden, die das Nervensystem beruhigen – beispielsweise Extrakte aus der Baldrianwurzel oder Passionsblume. Auch das ätherische Öl des Lavendels enthält beruhigende und angstlösende Wirkstoffe, während Kamille für innere Entspannung sorgt.

Zudem haben sich besonders solche Maßnahmen gegen Panikattacken in den Wechseljahren bewährt, die auch bei der Bewältigung von Stress helfen. Dazu zählen:

  • autogenes Training (Entspannungsmethode durch eine Art Selbsthypnose)
  • progressives Muskeltraining (gezieltes An- und Entspannen verschiedener Muskelgruppen)
  • bewusst Auszeiten schaffen
  • viel Bewegung an der frischen Luft

Diese Techniken können Betroffene zum Beispiel über Kurse lernen, die von Krankenkassen unterstützt werden, zahlreiche Online-Plattformen bieten kostenlose Mit-Mach-Videos an, es gibt spezielle Apps, die Entspannungstechniken übermitteln und zudem einige Bücher zu dem Thema. Dennoch ist es ratsam, dass Frauen unterstützend auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

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