Typische Wechseljahresbeschwerden

30. Dezember 2016
7 Min.

Die Umstellung des Hormonhaushalts während der Wechseljahre geht an keiner Frau spurlos vorüber. Dennoch fällt die Ausprägung der einzelnen Symptome individuell aus. Welche Wechseljahresbeschwerden gibt es, wie viele Frauen leiden unter ihnen und welche Gesundheitsrisiken steigen nach der Menopause?

Wechseljahresbeschwerden im Überblick

  • Stimmungsschwankungen
  • Schlafstörungen
  • Depressionen
  • Kreislauf- und Verdauungsbeschwerden
  • Wassereinlagerungen
  • Hitzewallungen
  • Konzentrationsprobleme
  • Zu den Symptomen der Wechseljahre zählen außerdem Scheidentrockenheit, Blasenentzündungen und trockene Haut sowie brüchige Haare.

Erste Beschwerden des anstehenden Klimakteriums

In einer Hinsicht verlaufen die Wechseljahre bei allen Frauen gleich: Sobald keine Eizellen mehr in den Eierstöcken heranreifen, können sie keine Kinder mehr bekommen. Der Zyklus aus Eisprung und monatlichen Blutungen kommt zum Ende. Die ersten hormonellen Veränderungen setzen bei vielen Frauen bereits mit Anfang 40 ein. Die Eierstöcke verlangsamen ihre Arbeit, hin und wieder bleibt ein Eisprung aus und es kommt zu Zyklusstörungen. In dieser Phase, die auch Prämenopause genannt wird, werden die Blutungen meist häufiger und stärker.

Typische Beschwerden in dieser Frühphase des Klimakteriums, wie die Wechseljahre auch genannt werden, sind:

  • Schmerzen, wie Kopfschmerzen oder Spannungsschmerzen in der Brust
  • Wassereinlagerungen
  • erhöhte Reizbarkeit
  • Müdigkeit

Die Wechseljahres-Symptome treten bei den meisten Frauen in größeren Zeitabständen auf und haben keinen ausgeprägten Krankheitscharakter. Wer jedoch unter starken Wechseljahresbeschwerden leidet, sollte in jedem Fall einen Frauenarzt konsultieren.

Interessant

Bei etwa einem Prozent der Frauen stellen die Eierstöcke schon vor dem 40. Lebensjahr die Produktion ein. Die sogenannten vorzeitigen Wechseljahre werden oft durch Krankheiten wie Diabetes, Schilddrüsenfehlfunktionen oder Rheuma begünstigt.

Kennzeichnende Beschwerden der vorzeitigen Wechseljahre werden oft nicht als solche erkannt:

  • Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • Hitzewallungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Scheidentrockenheit

Der daraus folgende frühzeitige Östrogenmangel birgt erhöhte Gesundheitsrisiken im Alter (beispielsweise Osteoporose). Sprechen Sie bei vorzeitigen Wechseljahresbeschwerden auf jeden Fall mit Ihrem Gynäkologen.

Wechseljahresbeschwerden kurz vor der Menopause

Eine Frau leidet unter Wechseljahresbeschwerden

Mit Ende 40 kommen die meisten Frauen in die Perimenopause. Dies ist die Phase, in der die Wechseljahre spürbar fortschreiten. Der Zyklus wird unregelmäßiger, die Zeit zwischen den einzelnen Blutungen länger.


Die Beschwerden in dieser Zeit des Klimateriums äußern sich durch:

  1. Hitzewallungen und Schweißausbrüche: Über zwei Drittel der Frauen leiden darunter.1
  2. Schlafstörungen: 60 Prozent der Betroffenen berichten von Erschöpfungszuständen und Leistungsabfällen, die Folgen des gestörten Schlafes sind. Im schlimmsten Fall entstehen daraus Depressionen.1
  3. Verdauungsbeschwerden: Über 30 Prozent der Frauen klagen über Probleme bei der Verdauung, über die Hälfte von ihnen nimmt an Gewicht zu.1
  4. Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen: Da Östrogene stimmungsaufhellend wirken, führt der Östrogenmangel bei vielen zu einer erhöhten Reizbarkeit.2

Schon ab Mitte 30 beginnt bei Frauen, die nicht regelmäßig Sport treiben, der Muskelabbau, was zu Rückenschmerzen und Gelenkbeschwerden führen kann. Auch die Knochen werden durch den Östrogenmangel brüchiger. Knapp ein Drittel der Frauen in der Perimenopause leidet an Osteoporose.3 Der fortgeschrittene Knochenabbau erhöht die Gefahr für Knochenbrüche und führt bei vielen Betroffenen zu einer Verbiegung im oberen Wirbelsäulenbereich.

Beschwerdetagebuch führen

Für viele Frauen werden die Einschränkungen zur Belastung. Sie fühlen sich nicht mehr attraktiv, sind häufig verstimmt oder haben schlichtweg Schmerzen. Um mit den Beschwerden des Klimakteriums umgehen zu können, empfiehlt es sich, die Symptome in ein Beschwerdetagebuch zu übertragen. Zum einen hilft es vielen Frauen, sich die „Sorgen von der Seele“ zu schreiben und zum anderen lassen sich so bestimmte Muster erkennen, wie beispielsweise welche Faktoren ihre Stimmung beeinflussen.

Beschwerden nach der Menopause

Nach der letzten Regelblutung, der sogenannten Menopause, halten die Beschwerden oft noch an. Es dauert häufig etwa ein bis zwei Jahre, bis der Hormonhaushalt eine neue Balance gefunden hat. In dieser Zeit halten die Symptome des Klimakteriums bei einigen Frauen an, da sich der Körper nicht vollständig an den niedrigen Östrogenspiegel gewöhnt hat:

  • Die Schleimhäute der Scheide werden weniger durchblutet und trocknen aus: Frauen leiden daher zunehmend an Scheidentrockenheit, was auf der einen Seite den Geschlechtsverkehr beeinträchtigt und auf der anderen Seite das Risiko für Infektionen erhöht.
  • Auch die Blase ist von der Rückbildung der Schleimhäute betroffen: Daraus folgen vermehrte Blasenentzündungen, die bis zur Inkontinenz führen können.
  • Haut und Haare werden trocken: Aufgrund des Östrogenmangels baut sich das Kollagen, das für eine glatte Haut und gesunde Haare verantwortlich ist, ab. Trockene Haut und Falten sind die Folge.
  • Muskelkrämpfe und Muskelbeschwerden entstehen: Das Östrogen versorgt das Gewebe nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen, wodurch die Elastizität und Festigkeit der Muskeln nachlassen.

Während der Wechseljahre wird das Gehirn nicht mehr optimal mit Sauerstoff versorgt. In der Folge lassen Konzentration und Gedächtnis nach. Diese Beeinträchtigungen sind nicht mit Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen zu verwechseln.

Entgegenwirken können sie den Konzentrationsschwierigkeiten mit Gedächtnistraining.

Der Erhalt der Gesundheit ist jetzt besonders wichtig

Während es im Klimakterium vor allem darum geht, die Beschwerden zu lindern, ist es nach dem Ende der Wechseljahre wichtig, die Gesundheit zu erhalten und mögliche Erkrankungen, die durch die fehlenden Hormone entstehen können (Herzprobleme oder Osteoporose), frühzeitig zu erkennen. So sollten Frauen nach den Wechseljahren eine Knochendichtemessung vom Arzt durchführen lassen, um das Osteoporoserisiko abzuschätzen. Regelmäßiger Sport und eine kalorienarme Ernährung sind nach dem Klimakterium der beste Weg, um so lange wie möglich körperlich aktiv zu bleiben.

Peggy Richter
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Freiberufliche Redakteurin