Wechseljahre – Hormone als Ursache

Was geschieht eigentlich im Körper, warum kommt es zu den Wechseljahren? Welche hormonellen Veränderungen gehen vor? Das fragen sich viele Frauen in den Wechseljahren. Die Hormone spielen eine große Rolle – letztendlich handelt es sich bei den Ursachen um eine Kette von Reaktionen. Das Verständnis für die Hintergründe ist mitunter ein erster Schritt, sich mit dieser neuen Lebensphase auseinanderzusetzen.

Die Wechseljahre, das Ende der weiblichen Fruchtbarkeit

Mit dem Eintritt in die Wechseljahre beginnt ein neuer Abschnitt, der maßgeblich mit den körpereigenen Hormonen zusammenhängt.

Zum ersten Mal verändert sich der weibliche Hormonhaushalt in der Pubertät. Es werden Geschlechtshormone ausgeschüttet und es kommt zur ersten Monatsblutung, wodurch der Grundstein für eine zukünftige Schwangerschaft gelegt wird.
Mit dem Eintritt in die Wechseljahre verändern sich die Hormone erneut. Diese Phase beginnt dann, wenn der Körper signalisiert, dass die Fruchtbarkeit schwindet. Diese Umstellung bedeutet für Frauen meist einen massiven Einschnitt in ihr bisheriges Leben. Gilt die Pubertät als Eintritt in das Erwachsenenalter, beenden die späteren Wechseljahre den fruchtbaren Lebensabschnitt.

Die Hormone – das geschieht während der Wechseljahre

Eine Frau in den Wechseljahren schaut nachdenklich

In den Eierstöcken reifen die Eizellen. Während des Zyklus wird jeweils eine Eizelle in den Eileiter getrieben, sodass sie sich bei erfolgter Befruchtung in der Gebärmutter einnisten kann. Die Anzahl der vorhandenen Eizellen ist begrenzt: Jede Frau besitzt ungefähr eine halbe Million unreifer Eizellen, von denen nur ein Bruchteil heranreift und die auch nicht nachproduziert werden. Dort ist auch die Ursache für die Wechseljahre zu finden. Da jeden Monat eine Eizelle den Eierstock verlässt und zusätzlich mehrere Follikel mitreifen und verloren gehen, sind in den Eierstöcken zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr schließlich keine Follikel mehr vorhanden. Weil das Hormon Östrogen von den Follikeln gebildet wird, nimmt auch der Östrogenspiegel ab, sodass die Wechseljahre beginnen.

Stellt der Körper fest, dass keine Eizellen mehr vorhanden sind, verändert sich die Hormonproduktion. Insbesondere die beiden Hormone Progesteron und Östrogen steuern die weiblichen Prozesse im Körper. Sinkt der Hormonspiegel in den Wechseljahren ab, muss sich der gesamte Körper auf die neue Situation einstellen. Gegen Ende dieser Phase kommt es zu einer letzten, von den Eierstöcken gesteuerten Menstruation – auch Menopause genannt. Grundsätzlich versucht der Körper auf die veränderte Situation zu reagieren. Registriert das Gehirn, dass die Eierstöcke nicht mehr länger Geschlechtshormone produzieren, versucht die Hypophyse, eine Hormondrüse zur Wachstums- und Fortpflanzungssteuerung im Gehirn, die Eierstöcke erneut anzuregen und die Produktion von Östrogen wiederaufzunehmen. Hierzu wird das Follikelstimulierende Hormon (FSH) von der Hypophyse gebildet.

Da die Eierstöcke die Östrogenproduktion nicht mehr gewährleisten können, der Körper selbst aber den alten Zustand wiederherstellen möchte, entsteht durch das FSH ein starkes hormonelles Ungleichgewicht. Dieses hält an, bis der Körper realisiert, dass es zu keinem neuen Eisprung mehr kommt und der Östrogenspiegel dauerhaft absinkt. Erst, wenn sich die körpereigenen Prozesse normalisieren, verringert sich der FSH-Spiegel, sodass der Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht kommt.

Die Hormone Progesteron und Östrogen

Allgemein lässt sich sagen, dass der Progesteronmangel sowie der Östrogenmangel maßgeblich für die Symptome der Wechseljahre verantwortlich sind. Die Hormone setzen jedoch unterschiedliche Beschwerden in Gang.

Symptome bei Östrogenmangel

Östrogene sind für den weiblichen Körper wichtig, bewirken sie doch unter anderem die Ausbildung und Erhaltung weiblicher Geschlechtsmerkmale wie die Brust oder Gebärmutter.

Ein Östrogenmangel kann, wie er in den Wechseljahren vorkommt, jedoch zu typischen Beschwerden führen. Ganz allgemein sind Symptome wie

In den Wechseljahren findet bereits ein sehr unregelmäßiger Monatszyklus statt. Grund hierfür liegt im Östrogenmangel, da die Eierstöcke ihre Funktion beinahe vollständig eingestellt haben. Ab diesem Zeitpunkt kann es vermehrt zu Symptomen wie

Für die Frauen sind diese Beschwerden in der Regel sehr belastend und mit vielen Einschränkungen im Alltag verbunden.

Symptome bei Progesteronmangel

Neben dem weiblichen Sexualhormon Östrogen, spielt auch das Progesteron eine entscheidende Rolle.

Progesteron ist das Gelbkörperhormon. Ein Gelbkörper bildet sich nach dem Eisprung, nachdem sich eine Eizelle gebildet hat. Ein Progesteronmangel liegt dann vor, wenn die Follikel nicht mehr heranreifen, also keine Eizelle gebildet wird. Dadurch kann auch kein Gelbkörper mehr entstehen. Die Einstellung dieser Produktion erfolgt spätestens in den Wechseljahren.
Generell kann ein Mangel an Progesteron zu

Auch Symptome wie Regelschmerzen oder Brustspannen können auf einen Progesteronmangel hinweisen.

Die Wechseljahre: Die drei Phasen weisen unterschiedliche Symptome auf

Aus medizinischer Sicht verlaufen die Wechseljahre in drei Phasen, die sich voneinander abgrenzen, aber aufeinander aufbauen. Jede Phase setzt eigene Prozesse in Gang und verursacht hierdurch die Wechseljahresbeschwerden.

Gegen Ende der Wechseljahre pendelt sich der Körper langsam auf das neue Hormonniveau ein. Die bisherigen Beschwerden verringern sich, doch kann die versiegende Östrogenproduktion zu neuen Symptomen oder Erkrankungen führen. So kann eine Harninkontinenz durch die Wechseljahre verstärkt werden; auch das Risiko für Osteoporose steigt.

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