Die Symptome in den Wechseljahren

Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen: Das sind die ersten Symptome, die Frauen in den Sinn kommen, sobald sie an die Wechseljahre denken. Allerdings können auch andere Beschwerden hinzukommen, die sich bis zur Menopause, der letzten Menstruation, verstärken oder abschwächen. Wichtig ist, zu wissen, dass die Beschwerden nicht auftreten müssen, aber können. Jede Frau reagiert unterschiedlich. Während einige während der Wechseljahre sichtbar leiden, gehen diese an anderen Frauen beinahe spurlos vorüber.

Allgemeine Symptome während der Wechseljahre

Zwischen dem 45. und dem 50. Lebensjahr zeigen sich die ersten Anzeichen der Wechseljahre (Klimakterium). Der Hormonhaushalt der Frau ändert sich und mit dieser Umstellung beginnen die ersten Beschwerden.
Diese sind nicht typisch, denn es gibt durchaus Frauen, die sich kaum von den Beschwerden beeinträchtigt fühlen. Andere Frauen hingegen leiden so sehr unter den Symptomen, dass sie ihr Leben umstellen und sich in ihren Lebensgewohnheiten einschränken müssen. Glücklicherweise gibt es heute zahlreiche Therapien und Möglichkeiten, damit jede Frau gut durch die Wechseljahre kommt. Welche Therapie geeignet ist, hängt von den einzelnen Beschwerden ab. Aber welche Symptome treten mit Beginn der Wechseljahre besonders häufig auf?

Hitzewallungen

Eine Frau leidet unter den Symptomen der Wechseljahre
Mit diesem Problem haben die meisten Frauen während der Wechseljahre zu kämpfen. Soeben fühlen sie sich noch normal, doch schon im nächsten Augenblick fährt eine Hitzewelle durch ihren Körper. Zumeist gehen die einzelnen Hitzewallungen schnell vorüber, führen aber dennoch dazu, dass sich betroffene Frauen unwohl fühlen. Denn durch die Wallungen wird die Schweißproduktion angetrieben – in der Folge kann es zu lästigen Schweißrändern auf der Kleidung kommen.

Viele Betroffene behelfen sich mit Ersatzkleidung, wenn sie beispielsweise in der Arbeit sind. Häufig werden die Hitzewallungen von Herzrasen begleitet.

Die Ursache: Wahrscheinlich sind für die Hitzewallungen die Schwankungen der Östrogene ursächlich. Die Hormone haben einen regulierenden Einfluss auf das Wärmezentrum im Gehirn. Sinkt der Östrogenspiegel ab, gerät die Wärmeregulation durcheinander; der Körper versucht Wärme abzugeben, indem er die Blutgefäße unter der Haut weitet. Die Frauen spüren das als Hitzegefühl.

Ursachen, Auswirkungen und Behandlungsmöglichkeiten: Lesen Sie mehr zum Thema Hitzewallungen.

Herzrasen

Herzrasen oder das Gefühl von Herzstolpern ist ein weiteres Symptom der Wechseljahre. Der Herzschlag beschleunigt sich, die Frauen klagen oft über ein beklemmendes Gefühl in der Brust. Das Symptom klingt meist so schnell ab, wie die einzelnen Hitzewallungen andauern.

Die Ursache: In erster Linie ist es wohl der Progesteron-Mangel, später auch der des Östrogens, der Herzrasen auslöst. Gerade in Verbindung mit den Hitzewallungen tritt Herzrasen auf.

Schlafstörungen

In den Wechseljahren klagen Frauen vermehrt über Schlafstörungen. Diese zeichnen sich jedoch nicht durch Albträume oder häufiges Erwachen aus, sondern äußern sich in Einschlafproblemen und frühem Aufwachen. Obwohl die Müdigkeit das rasche Einschlafen fördern sollte, liegen Frauen oft stundenlang wach und dösen höchstens vor sich hin. Während dieser Phase kommt es teilweise zu Herzrasen und leichteren Panikattacken. Halten die Schlafstörungen länger an, kann sich der Körper nicht mehr ausreichend erholen, was weitere Symptome nach sich ziehen kann:

  • Tagesmüdigkeit
  • Reizbarkeit
  • Nervosität
  • Immunschwäche
  • Konzentrationsstörungen

Gleichfalls kann die Schlafstörung eine depressive Verstimmung auslösen.

Die Ursache: Die Schlafstörungen werden vermehrt durch den veränderten Hormonhaushalt hervorgerufen, wobei ein niedriger Östrogenspiegel als Hauptursache gilt. Halten die Schlafstörungen länger als einige Tage an oder treten sie sehr regelmäßig auf, ist ein Arztbesuch unumgänglich. Die Einnahme von Schlaftabletten sollte keinesfalls als einzige oder gar dauerhafte Lösung betrachtet werden.

Depression/depressive Verstimmungen

Während die Depression eine länger anhaltende Phase bezeichnet, treten depressive Verstimmungen abgeschwächter und kurzfristiger auf. Betroffene fühlen sich zumeist antriebslos, finden keine Motivation und sind häufig müde und geschwächt. Hinzu kommen trübe Gedanken, gerade in den Nachtstunden. Die körperlichen Veränderungen rufen ein Gefühl der Nutzlosigkeit hervor. In extremen Fällen klagen betroffene Frauen über eine innere Leere, ein Gefühl, das die Sinnlosigkeit des eigenen Lebens beschreibt und mitunter zu einer Gefühlskälte führen kann.

Die Ursache: Die Psyche wird stark von den Hormonen beeinflusst. Der Abfall des Östrogenspiegels führt zu den depressiven Episoden. Doch auch äußere Einflüsse können Verstimmungen und Depressionen hervorrufen. Ziehen in dieser Zeit beispielsweise die eigenen Kinder aus dem Haus, fühlen sich manche Frauen nicht mehr gebraucht. Zudem kommt die Erkenntnis, dass ein möglicher Kinderwunsch nun nicht mehr auf gewöhnlichem Wege realisiert werden kann.

Stimmungsschwankungen

Stimmungsschwankungen bezeichnen einen Zustand, in dem die Stimmung unabhängig von äußeren Einflüssen innerhalb von Minuten wechselt. Betroffene fühlen sich teilweise an ihre Pubertät oder die ihrer Kinder erinnert. Herrscht in einem Augenblick noch eine fröhliche Stimmung, fühlen sich Frauen kurz darauf niedergeschlagen, zornig, gereizt oder auch traurig.

Die Ursache: Die Stimmungsschwankungen werden ebenfalls von den Hormonen ausgelöst. Frauen, die in den Tagen vor der Regelblutung unter einem Prämenstruellen Syndrom (PMS) litten, sind meist eher betroffen. Mit diesem Syndrom bezeichnen Mediziner eine Vielzahl von körperlichen und psychischen Beschwerden wie

  • Schmerzen im Unterleib,
  • Wassereinlagerungen,
  • Überempfindlichkeit,
  • Reizbarkeit oder
  • Müdigkeit.
Von den Betroffenen werden sie in der Regel als sehr belastend empfunden.

Zyklusstörungen

In den Wechseljahren stellt der Körper den Monatszyklus nach und nach vollständig ein. Die Blutungen kommen zuerst unregelmäßig, fallen stärker oder schwächer aus und können sich mitunter über eine längere Zeit hinziehen. Die Menopause stellt die letzte Regelblutung dar; das Symptom lässt sich als solches jedoch erst im Nachhinein feststellen. Mithilfe eines Arztes oder Menstruationskalenders, in dem auch Unregelmäßigkeiten festgehalten werden, ist es möglich, den tatsächlichen Beginn und das Ende der Wechseljahre zu bestimmen.
Erfahren Sie mehr zum Thema Zyklusstörungen.

Trockenheit oder Infektionen

Der Hormonhaushalt verändert sich und es werden nicht nur die inneren Organe und die Psyche beeinflusst, sondern auch das größte Organ des Menschen: die Haut. Diese verliert an Feuchtigkeit, wodurch die Elastizität nachlässt und das Hautbild schlaffer wirkt. Gleichzeitig sinkt die Durchblutung der Schleimhäute, auch der des Intimbereichs. Viele Frauen klagen während der Wechseljahre unter Trockenheit im Genitalbereich und Schmerzen während des Sexualverkehrs. Gerade, wenn der Intimbereich austrocknet, droht die Gefahr von Infektionen. Pilze und Bakterien können sich nun wesentlich besser auf der Schleimhaut vermehren und Probleme hervorrufen.

Gegen diese Symptome gibt es zahlreiche Hilfsmittel, die durch den Frauenarzt verschrieben werden können. Gleichfalls kann eine Hormontherapie Abhilfe verschaffen.

Harnwegsprobleme

Nicht nur die Haut verändert ihre Elastizität. Mit den Wechseljahren setzt der Alterungsprozess im Körper ein, wodurch es nicht selten zu ersten Anzeichen einer Harninkontinenz oder Blasenschwäche kommen kann. Auch ein ständiger Harndrang oder Schmerzen während des Toilettengangs sind häufige Symptome.

Die Ursache: Neben den Hormonumstellungen spielt bei den Harnwegssymptomen der Alterungsprozess eine Rolle. Die Muskulatur des Beckenbodens verändert sich und erschlafft. Gerade Frauen, die bereits Kinder geboren haben, leiden vermehrt unter Inkontinenz. Bestimmte Sportübungen können helfen, die Beckenbodenmuskulatur wieder zu stärken. Bei einer hormonbedingten Blasenschwäche kann eine Hormontherapie Linderung bringen.

Gelenk- und Muskelschmerzen

Einige Frauen klagen während der Wechseljahre über Schmerzen der Muskeln und Gelenke, die beinahe an Rheuma erinnern. Die Ursachen sind vielfältig. Zum einen können nun erste Verschleißerscheinungen auftreten, zum anderen kann auch die Hormonumstellung zu spürbaren Schmerzen führen. Durch den veränderten Östrogenspiegel werden weniger Endorphine ausgeschüttet. Diese körpereigenen Botenstoffe wirken schmerzlindernd und regulieren das Schmerzverhalten des Körpers. Nun sinkt die Schmerzgrenze rapide ab, Schmerzen werden stärker und früher wahrgenommen. Da die Muskeln jedoch ebenfalls weniger durchblutet und die Knorpel schlechter versorgt werden, treten auch in diesem Bereich Probleme auf.

Betroffene Frauen sollten bei länger anhaltenden Muskel- und Gelenkschmerzen umgehend einen Arzt aufsuchen, um arthritische Veränderungen rasch und rechtzeitig zu erkennen.

Verändertes Sexualleben

Die Wechseljahre führen häufig zu einer fehlenden Lust an sexuellen Aktivitäten. Rund 65 Prozent der älteren Frauen klagen über Unlust oder Beschwerden während des Sexualverkehrs. Welche Ursache zugrunde liegt, ist unterschiedlich. Beschwerden während des Verkehrs können durch eine trockene Vagina ausgelöst werden, fehlende Lust kann an Problemen innerhalb der Partnerschaft oder auch an dem veränderten Hormonspiegel liegen.

Bei Beschwerden stets zum Arzt

Spätestens dann, wenn die Beschwerden stärker werden oder sie in ihrer Häufigkeit zunehmen, ist es ratsam, einen Frauenarzt aufzusuchen. In einem Monatskalender lassen sich die einzelnen Beschwerden festhalten und der Arzt kann darin oft Hinweise über den Grund der Beschwerden erkennen.

Generell ist es jedoch ratsam, dass Frauen bereits bei den ersten Anzeichen ihren Arzt aufsuchen und abklären lassen, ob tatsächlich die Wechseljahre für die Beschwerden verantwortlich sind. Viele Symptome treten auch im Rahmen von anderen Krankheiten auf, beispielsweise sind Hitzewallungen auch bei einer Schilddrüsenfehlfunktion möglich. Solche Erkrankungen sollten durch einen Arzt ausgeschlossen werden.

Gegen die Beschwerden können Sie etwas unternehmen! Informieren Sie sich über die Behandlungsmethoden.
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