Traubensilberkerze: Pflanzliches Mittel gegen Hitzewallungen

Die Indianer Nordamerikas setzen Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) seit Jahrhunderten gegen Schlangenbisse, zur Erleichterung der Geburt sowie gegen Frauenleiden ein. Mittlerweile hat sich die Heilpflanze auch in Europa als natürliches Mittel gegen Beschwerden der Wechseljahre bewährt. Lesen Sie mehr darüber, welche Wirkstoffe die Traubensilberkerze enthält und was bei der Anwendung beachtet werden sollte.

Traubensilberkerze wirkt östrogenartig

Traubensilberkerze: östrogenartige Wirkung bei Wechseljahresbeschwerden

Die Traubensilberkerze ist ein Hahnenfußgewächs, das ursprünglich in Nordamerika beheimatet ist, mittlerweile aber auch in Europa und Nordasien vorkommt. Seinen Namen hat das bis zu zwei Meter hohe Kraut aufgrund seiner kerzenartig nach oben stehenden weißen Blüten erhalten. In der Heilpraxis wird der Wurzelstock verwendet. Er enthält unter anderem sogenannte Isoflavone, die aufgrund ihrer strukturellen Ähnlichkeit mit Östrogenen auch Phytohormone genannt werden. Diese Inhaltsstoffe können im weiblichen Körper eine ähnliche Funktion übernehmen wie Östrogene und wirken deshalb während der Wechseljahre, wenn die Östrogenproduktion sinkt, ausgleichend auf den Hormonspiegel.

Die Wirkstoffe der Traubensilberkerze nehmen nicht nur auf die Geschlechtsorgane Einfluss, sondern auch auf den Hypothalamus, das Steuerzentrum des vegetativen Nervensystems, das unbewusst ablaufende Körperprozesse reguliert. Dort senken sie die Ausschüttung des luteinisierenden Hormons (LH) und lindern dadurch Hitzewallungen und Herzrasen. Diese Wirkung konnte in zahlreichen Studien nachgewiesen werden. Es wurden deshalb mehrere pflanzliche Medikamente gegen Wechseljahresbeschwerden, die Traubensilberkerze enthalten, im Jahrbuch Gesundheit für 2010 von ÖKO-TEST mit dem Prädikat „Sehr gut“ bewertet. [1]

Darüber hinaus soll Traubensilberkerze die Gesundheit der Knochen fördern und dadurch das Osteoporose-Risiko reduzieren. Zurzeit gibt es jedoch noch nicht ausreichend viele Studien, die diese Wirkung bestätigen.

Anwendung von Traubensilberkerze während der Wechseljahre

Für die Arzneimittelherstellung wird zunächst ein Extrakt aus dem Wurzelstock (Rhizom) der Pflanze gewonnen. Daraus werden anschließend Filmtabletten oder Kapseln hergestellt. Traubensilberkerze kann aber auch als Tinktur oder Tee angewendet werden. Eine eigene Zubereitung wird nicht empfohlen, da die Konzentration der Isoflavone zwischen einzelnen Pflanzen schwankt. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, ist jedoch die Einnahme einer standardisierten Dosis nötig. Wie viele pflanzliche Mittel entfaltet die Traubensilberkerze ihre Wirkung erst über einen längeren Zeitraum. Oft stellt sich eine spürbare Linderung der Wechseljahresbeschwerden erst nach vier Wochen ein.

Traubensilberkerze in der Homöopathie

Traubensilberkerze gibt es auch als homöopathisches Mittel, wo es ebenfalls bei Beschwerden der Wechseljahre sowie zur sanften Behandlung des Prämenstruellen Syndroms (PMS) eingesetzt wird. In der Homöopathie werden die Wirkstoffe extrem stark verdünnt. Das hat den Vorteil, dass Patienten keine Nebenwirkungen befürchten müssen. Auch wenn die Homöopathie unter Schulmedizinern umstritten ist, gibt es einige Betroffene, die von der Wirkung überzeugt sind. Für die Herstellung der Globuli wird ebenfalls der Wurzelstock der Traubensilberkerze verwendet. Je nach Potenzierung ist das homöopathische Mittel unter dem Namen „Cimicifuga D4 – D30“ erhältlich.

Eine homöopathische Behandlung orientiert sich in der Regel jedoch nicht nur an einzelnen Symptomen, sondern verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der auch die Persönlichkeit und die psychische Verfassung der Patientin berücksichtigt.

Tipp: Lassen Sie sich am besten von einer Heilpraktikerin, Ärztin oder Therapeutin beraten, die sich auf Homöopathie spezialisiert hat.

Mögliche Nebenwirkungen von Traubensilberkerze

Im Allgemeinen ist Traubensilberkerze gut verträglich. Bei manchen Patientinnen kommt es allerdings zu Kopfschmerzen oder Darmbeschwerden. Bei einer längerfristigen Einnahme erhöht sich das Risiko für Leberschäden. Auch pflanzliche Mittel sollten deshalb nicht länger als sechs Monate eingenommen werden. Kommt es während der Behandlung zu einer Gelbfärbung der Augen oder der Haut, dunklem Urin, Oberbauchschmerzen oder anhaltender Appetitlosigkeit, sollte das Mittel sofort abgesetzt werden.

Vorsicht ist auch geboten, wenn Frauen unter einer hormonsensitiven Erkrankung, wie beispielsweise Brustkrebs, Gebärmutterkrebs, Eierstockkrebs, Myome (gutartige Tumoren in der Gebärmutter) oder Endometriose (gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut), leiden. Aufgrund der östrogenartigen Wirkung der Traubensilberkerze kann die Einnahme den Heilungsverlauf beeinträchtigen.

Um mögliche Risiken auszuschließen, fragen Sie am besten einen Arzt, ob der Einnahme von Traubensilberkerze etwas entgegensteht.


[1] Quelle: http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=94029&bernr=06

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