Ausschabung der Gebärmutter (Abrasio) in den Wechseljahren

Unregelmäßige und teilweise stark schmerzende Regelblutungen sind während der Wechseljahre nicht ungewöhnlich. Aber stoppen die Blutungen nicht oder treten erneute Blutungen nach der Menopause auf, kann eine Ausschabung der Gebärmutter – auch als Abrasio oder Kürettage bezeichnet – Aufschluss über die Ursachen geben.

Wann ist eine Abrasio in den Wechseljahren ratsam?

Ausschabung der Gebärmutter (Abrasio) wird von einer Ärztin vorbereitet

Während der Wechseljahre verändern sich die Sexualorgane der Frau. Anfangs führt die sinkende Produktion von Progesteron häufig zu einer übermäßigen Verdickung der Gebärmutterschleimhaut. Die Folge sind unregelmäßige, aber oft auch stärkere Regelblutungen. Manchmal verursachen aber auch gutartige Tumoren (Myome) oder Ausstülpungen der Gebärmutterschleimhaut (Polypen) Unregelmäßigkeiten oder Beschwerden. Ultraschall oder Abstrich geben hier oft nur begrenzt Auskunft.

Deshalb empfehlen Ärzte bei starken Beschwerden, Zwischenblutungen oder extrem langen Blutungen häufig eine Ausschabung der Gebärmutter. Der Eingriff dient hauptsächlich zur Diagnose. Das entnommene Gewebe wird anschließend im Labor untersucht, um der Ursache für die Beschwerden auf den Grund zu gehen. Häufig wird die Ausschabung (Abrasio) gemeinsam mit einer Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) eingesetzt. Durch die Einführung einer winzigen Kamera kann der Arzt die Gebärmutter genauer untersuchen.

Treten nach dem Ende der Wechseljahre erneut Blutungen auf, liegt das oft an einer noch verdickten Gebärmutterschleimhaut. Diese wird bei einer Ausschabung abgetragen. Hier dient der Eingriff nicht nur der Diagnose, sondern auch der Therapie. Nach der Beseitigung der übermäßigen Gebärmutterschleimhaut hören für gewöhnlich auch die Blutungen auf.

Wie wird eine Ausschabung durchgeführt?

Die Ausschabung ist eine Routineuntersuchung, die meistens ambulant durchgeführt wird. Die Patientin sitzt dabei auf dem gynäkologischen Stuhl. Nach der Desinfektion des Intimbereichs führt der Arzt ein Spekulum, eine Art Hohltrichter, in die Scheide ein und weitet vorsichtig den Muttermund. Über diese Öffnung führt er eine Kürette, ein löffelartiges Instrument, in die Gebärmutter ein, mit dem er die Schleimhaut entfernt.

Der Eingriff dauert insgesamt nur wenige Minuten. Aber da die Abrasio in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt wird, bleibt die Patientin anschließend für gewöhnlich noch einige Zeit zur Beobachtung in der Praxis, bevor sie von einem Angehörigen nach Hause gebracht wird. Von einer Heimreise auf eigene Faust, ob mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln, wird abgeraten.

Verhalten nach Ausschabung in den Wechseljahren

Nach einer Ausschabung sollte sich die Patientin für einige Tage schonen. Kurze Spaziergänge, um den Kreislauf in Schwung zu bringen, sind empfehlenswert. Aber körperliche Arbeit oder sportliche Aktivitäten sollten in den folgenden ein bis zwei Wochen vermieden werden.

Blutungen und ein leichtes Ziehen im Unterbauch sind nach der Abrasio normal und klingen nach einigen Tagen ab. Bei Symptomen, die auf eine Entzündung hindeuten, wie

  • starken Schmerzen,
  • Blutungen,
  • übelriechendem, eitrigem Ausfluss oder
  • Fieber

sollte die Patientin jedoch umgehend ihren Arzt aufsuchen.

Birgt eine Ausschabung während der Wechseljahre Risiken?

Wie jeder Eingriff ist auch eine Ausschabung mit gewissen Risiken verbunden. Zu den häufigsten Komplikationen gehören starke Blutungen, weil der Schnitt sehr tief gesetzt wurde und schwer verheilt oder weil Restgewebe in der Gebärmutter zurückgeblieben ist. Außerdem kann es bei einer Abrasio zu einer Verletzung der Gebärmutter oder anderer Organe kommen. Bis die Wunden verheilt sind, besteht zudem ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Der Prozess der Wechseljahre wird durch die Ausschabung nicht berührt. Nachdem die Gebärmutterschleimhaut abgetragen wurde, dauert es vier bis acht Wochen, bis die nächste Regelblutung einsetzt, wobei sich der Zeitraum während der Wechseljahre auch noch weiter nach hinten verschieben kann.

Hysterektomie: Gebärmutterentfernung in den Wechseljahren

Ergibt die Laboranalyse der Gebärmutterschleimhaut, dass bösartige Tumoren die Beschwerden verursacht haben, raten Ärzte häufig zu einer Gebärmutterentfernung (Hysterektomie), um einer Verbreitung des Krebses im Körper zuvorzukommen. Da die Gebärmutter nicht nur zum Austragen eines Kindes dient, sondern auch andere wichtige Funktionen im Zyklus der Frau übernimmt, hat eine Entfernung der Gebärmutter nachhaltige Folgen. Junge Frauen kommen nach einer Hysterektomie in der Regel schneller in die Wechseljahre. Hier ist unter Umständen eine Hormonersatztherapie angezeigt.

Aber auch während der Wechseljahre bringt eine Gebärmutterentfernung den Hormonhaushalt zusätzlich durcheinander. Bei manchen fallen die Wechseljahresbeschwerden dadurch stärker, bei anderen weniger stark aus. Als Sexualorgan kommt der Gebärmutter zudem eine gewisse Identifikationsfunktion zu. So kommt es vor, dass Frauen, obwohl sie das Thema Kinderkriegen aufgrund der Wechseljahre bereits abgeschlossen haben, nach einer Hysterektomie unter starken Verlustempfindungen leiden. Hier hilft häufig nur eine psychologische Betreuung. Aus diesem Grund sollte ein so schwerwiegender Eingriff wie eine Gebärmutterentfernung in den Wechseljahren genau abgewogen werden. Patientinnen wird geraten, sich immer eine zweite Meinung einzuholen.

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