Wechseljahre – was hilft gegen Hitzewallungen und andere Symptome?

Ob Sie als Frau oder auch als Mann tatsächlich unter den Wechseljahren leiden werden, lässt sich nicht vorhersagen. Es gibt genügend Beispiele, in denen Betroffene kaum spüren, dass sich ihr Körper verändert. So wie Jugendliche nicht grundsätzlich die intensivsten Phasen der Pubertät aktiv mitbekommen, können auch Sie gut durch die Wechseljahre kommen, ohne massive Beschwerden festzustellen. Sollten Sie sich jedoch in Ihrer Lebensqualität eingeschränkt fühlen, erfahren Sie hier, was gegen Beschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche hilft.

Die Wechseljahre sind nicht vorhersehbar

Eine Frau besucht den Arzt aufgrund von Wechseljahresbeschwerden

Wie ausgeprägt die Wechseljahre bei jedem Einzelnen verlaufen, lässt sich im Vorhinein nicht abschätzen. Es kann gut sein, dass viele Frauen tatsächlich nur den geänderten Zyklus bemerken. Andere Frauen empfinden jedoch die Wechseljahre als echte Belastung, gar als Krankheit.

Frauenärzte sagen, dass sich bis zu 70 Prozent der Betroffenen von den Wechseljahresbeschwerden eingeschränkt fühlen. Rund 80 Prozent geben in Umfragen an, sich erschöpft und weniger leistungsfähig zu fühlen. 90 Prozent der betroffenen Frauen klagen über Reizbarkeit, 70 Prozent leiden unter Hitzewallungen und ein weiterer Teil klagt über eine Gewichtszunahme, obwohl er den Lebensstil entsprechend umgestellt hat. Schlafstörungen, Muskelschmerzen oder auch Herzbeschwerden kommen hingegen nur noch bei rund der Hälfte der betroffenen Frauen vor.

Leiden Frauen unter Wechseljahresbeschwerden, haben sie durchaus die Möglichkeit, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sie müssen das Klimakterium nicht einfach hinnehmen, sondern können aktiv gegen Hitzewallungen und weitere Symptome vorgehen und so gut durch die Wechseljahre kommen. Dabei sollte jedoch stets die Stärke der Beschwerden als Grundlage für die jeweilige Behandlung ausschlaggebend sein.

Der Spruch, nicht mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, trifft auf die Wechseljahre ganz besonders zu. Würde gleich zu Anfang und bei leichten Beschwerden mit einer Hormontherapie begonnen werden, müssten beispielsweise im weiteren Verlauf der Wechseljahre bei stärkeren Beschwerden noch höhere Dosen zum Einsatz kommen.
 

Tipp:
Versuchen Sie, die Beschwerden der Schwere nach zu behandeln und nutzen Sie anfangs Hausmittel oder pflanzliche Medikamente. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und nutzen Sie Hormonersatztherapien erst, wenn die Wechseljahre Ihren Lebensstil massiv beeinflussen und Sie darunter leiden.

Wechseljahressymptome müssen ärztlich abgeklärt werden

Wichtig ist, dass Sie Wechseljahresbeschwerden grundsätzlich ärztlich abklären sollten. Die Symptome der Wechseljahre überschneiden sich häufig mit Erkrankungen, deren Behandlung Vorrang hat. So kann es gut sein, dass Hitzewallungen nicht von den Wechseljahren, sondern von einer Fehlfunktion der Schilddrüse herrühren. Stimmen Sie einer Schilddrüsentherapie zu, verringern sich die Symptome.

Vor allem bei extremen Beschwerden oder auch Zwischenblutungen ist die Ausschabung der Gebärmutter eine Maßnahme, die häufig von Ärzten zum Zweck der Diagnose eingesetzt wird.

Liegen keine gesundheitlichen Störungen vor, können die Symptome der Wechseljahre natürlich alleinstehend behandelt werden. Hierbei gilt, möglichst mit schwachen Mitteln zu beginnen und sich an die Medikamente heranzutasten. Bedenken Sie, dass Sie rein die Symptome, doch niemals die Ursache behandeln können. Letztere liegt im Lauf der Natur.
 

Teilweise kann es bereits ausreichen, wenn anstelle von Hormonen pflanzliche oder homöopathische Präparate zum Einsatz kommen. Diverse Pflanzen besitzen Heilkräfte, die Wechseljahresbeschwerden wie beispielsweise Hitzewallungen abmildern.

Die Vorgehensweise bei der Behandlung – was hilft gegen Hitzewallungen und Co.?

Zu Beginn der Behandlung sollten die betroffenen Frauen mit ihrem Arzt abklären, mit welchen Mitteln die Symptome gelindert werden können oder ob sie mit Hormonen die schlimmsten Beschwerden lindern möchten. Die Gabe von Östrogen und Gestagen war bis vor einigen Jahren üblich, wird heute jedoch kritisch betrachtet. Der Grund ist, dass die Hormongabe laut aktuellen Studien Herzerkrankungen und Schlaganfälle auslösen oder aber auch das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, erhöhen kann. Diese Mittel sollten daher nur verschrieben werden, wenn Frauen besonders stark unter den Wechseljahresbeschwerden leiden und sich in ihrem Leben deutlich eingeschränkt fühlen.

Eine Hormontherapie kann auf verschiedene Weisen erfolgen. Üblich ist die orale Verabreichung mittels Tabletten, alternativ stehen Hormonpflaster oder Gele zur Verfügung. Sinnvoller bei leichten Beschwerden ist die reine Symptombehandlung, die sich an den Beschwerden orientiert und so möglichst schonend und gut durch die Wechseljahre geleitet.

  • Bei starken Stimmungsschwankungen könnten Antidepressiva verordnet werden. Diese Mittel wirken nicht sofort, sondern entfalten ihre Wirkung erst nach einer gewissen Zeit nach der Einnahme. Zudem sollten Antidepressiva möglichst nur begleitend zur Therapie der Wechseljahre eingenommen werden.

  • Schweißunterdrückende Medikamente erleichtern das Leben der betroffenen Frauen, wenn diese unter starken Hitzewallungen und Schweißausbrüchen leiden.

  • Da sich während der Wechseljahre die Schleimhaut im Genitalbereich verändert und austrocknet, können natürlich auch Maßnahmen gegen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr getroffen werden. Dazu zählen Vaginalcremes oder Gleitmittel. Alternativ stehen spezielle Vaginalringe mit Östriol zur Verfügung; dieses Hormon schützt die Schleimhaut der Scheide und baut sie wieder auf.

Möchten Sie zuerst den natürlichen Weg ausprobieren? Diverse Produkte unterstützen aktiv die Wechseljahre und helfen über die schlimmste Zeit. Walnussblätter, beispielsweise in Form eines Tees beinhalten unter anderem eine natürliche Form von Progesteron und lindern die Beschwerden. In den Anfangsstadien der Wechseljahre kann auch die Anwendung von Mönchspfeffer sinnvoll sein. Die Extrakte können die Effekte eines zu hohen Östrogenspiegels abschwächen und sind in diversen Varianten in der Apotheke erhältlich – zum Beispiel als Tropfen oder Tabletten.

Auf die Ernährung achten – gut durch die Wechseljahre

Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung sollte in den Wechseljahren selbstverständlich sein. Gerade jetzt ist es notwendig, gezielt auf die Zufuhr von Vitaminen, Ballaststoffen und auch Eiweißen zu achten. Während dieser Zeit verändert sich der Körper, was nicht selten zu einer Gewichtszunahme führt.

Überdenken Sie Ihre Ernährung, beginnen Sie mit leichtem Sport und bewegen Sie sich auch im Alltag ausreichend. So können Sie der Zunahme aktiv entgegenwirken und sich auch Abhilfe bei etlichen anderen Beschwerden verschaffen. Gerade Stimmungsschwankungen lassen sich mit Sport – am besten an der frischen Luft – ausgleichen, da Stress und eine schlechte Stimmung über die Bewegung abgebaut werden können.

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