Unangenehme Schwellungen: Wassereinlagerungen in den Wechseljahren

Viele Frauen leiden zu Beginn der Wechseljahre unter geschwollenen Beinen und einem zunehmenden Bauchumfang. Dahinter stecken meist Wassereinlagerungen. Die unangenehmen Schwellungen können in der Regel durch Änderungen in der Lebensweise wieder abgebaut werden. Allerdings sollten Sie zuerst sicherstellen, dass die Wassereinlagerungen kein Symptom für eine ernsthafte Krankheit sind. Hier erfahren Sie mehr!

Was steckt hinter Wassereinlagerungen?

Eine Frau in den Wechseljahren leidet unter Wassereinlagerungen

Wassereinlagerungen entstehen, wenn Wasser aus dem Blutkreislauf oder Lymphsystem austritt und sich in anderen Körperbereichen ansammelt. Diese sogenannten Ödeme führen zu einem Anschwellen des betroffenen Körperteils. Ob es sich bei einer Schwellung um ein Ödem handelt, kann mithilfe eines Drucktests festgestellt werden: Drücken Sie mit dem Daumen auf die geschwollene Stelle – bleibt eine kleine Delle zurück, die sich erst mit einer kurzen Zeitverzögerung wieder zurückbildet, liegt ein Ödem vor. Die Gründe für Wassereinlagerungen können ganz unterschiedlich sein. So schwellen beispielsweise bei vielen Menschen an heißen Tagen die Füße oder Finger an. In diesem Fall sind die Wassereinlagerungen die Folge eines Selbstschutzmechanismus des Körpers. Um eine Überhitzung zu vermeiden, erweitern sich die Blutgefäße, sie werden durchlässiger und geben Flüssigkeit an das umliegende Gewebe ab. Sobald es kühler wird, gehen die Schwellungen wieder zurück. Aber es gibt es auch andere Ursachen, die zu dauerhaften Wassereinlagerungen führen können.

Wassereinlagerungen durch Östrogendominanz

Östrogene fördern Wassereinlagerungen. Frauen in der fruchtbaren Phase können das jeden Monat an ihrem eigenen Körper beobachten. Kurz vor dem Eisprung steigt der Östrogenspiegel an. In dieser Phase lagern Frauen vermehrt Wasser ein. Das macht die Haut glatter und weicher, deshalb wird Östrogen auch oft als Schönheitshormon bezeichnet. Das Wasser lagert sich aber auch am Bauch ein, weshalb Frauen vor der Periode häufig ein bis zwei Kilogramm zunehmen. Wenn zu Beginn der Wechseljahre zuerst die Produktion von Progesteron nachlässt, herrscht ebenfalls eine Östrogendominanz, die zu Wassereinlagerungen führen kann. Da Östrogen den Hormonhaushalt in der Prämenopause über einen längeren Zeitraum dominiert, wird das Wasser nicht mehr so regelmäßig abgebaut wie zuvor. Das ist einer von mehreren Gründen, warum das Gewicht während der Wechseljahre ansteigt.

Andere Ursachen für Wassereinlagerungen

Bei dauerhaft geschwollenen Füßen oder Händen und bei umfangreichen Wassereinlagerungen am Bauch ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, denn die Ödeme können auch auf eine Funktionsstörung von Organen hinweisen. So kann beispielsweise eine Herzschwäche dazu führen, dass es zu einem Rückstau des Blutes vor dem Herzen kommt. Durch den zunehmenden Druck in den Venen wird das Wasser aus den Blutgefäßen in das Gewebe gepresst. Ist die rechte Herzhälfte betroffen, äußert sich dies in der Regel durch geschwollene Füße, Knöchel und Unterschenkel. Funktioniert die linke Herzhälfte nicht mehr richtig, kann sich ein lebensbedrohliches Lungenödem entwickeln. Auch eine Nieren- oder Lebererkrankung kann Wassereinlagerungen begünstigen. Da die Wassereinlagerungen in diesen Fällen nur ein Symptom sind, ist es notwendig, dass zunächst die zugrundeliegende Organschwäche diagnostiziert und behandelt wird.

Was tun gegen Wassereinlagerungen in den Wechseljahren?

Häufig lassen sich Wassereinlagerungen durch eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung reduzieren. Bei der Ernährung sollte in erster Linie auf eine salzarme Kost geachtet werden, denn Salz bindet Wasser im Körper. Am leichtesten lässt sich dies durch eine Vermeidung stark verarbeiteter Lebensmittel erreichen. Fleisch- und Wurstwaren, aber auch viele Käsesorten und Fertiggerichte sind sehr salzhaltig. Darüber hinaus helfen entwässernde Lebensmittel beim Abbau der Ödeme. Dazu zählen beispielsweise Reis, Spargel, Rhabarber, Sauerkraut, Fenchel, Rettich und Ananas. Kräutertees aus Brennnessel, Birkenblätter, Goldrute, Ingwer oder dem südamerikanischen Mate unterstützen ebenfalls das Ausspülen überschüssiger Wassereinlagerungen. Massagen und Sport stärken das Lymphsystem und die Blutgefäße. So können Wassereinlagerungen leichter abtransportiert werden. Dafür genügen schon sanfte Bewegungen wie das Gehen längerer Strecken oder Yoga.