Gelenk- und Knochenschmerzen in den Wechseljahren

Osteoporose und Arthrose schränken die Lebensqualität und Selbstständigkeit vieler älterer Menschen stark ein. Mit Beginn der Wechseljahre steigt bei Frauen das Risiko für Knochen- und Gelenkserkrankungen. Mehr über die Ursachen, Vorbeugungsmaßnahmen und Behandlungsmethoden bei Knochen- und Gelenkschmerzen erfahren Sie hier.

Osteoporose: Mit Beginn der Wechseljahre nimmt die Knochenmasse ab

Die Knochen verändern im Laufe des Lebens ihre Struktur und Festigkeit. In den ersten dreißig Jahren wachsen sie und werden immer fester, danach halten sich zunächst knochenaufbauende und -abbauende Prozesse die Waage. Im weiblichen Körper unterstützen Östrogene den Knochenaufbau. Sinkt die Östrogenproduktion während der Wechseljahre, verlieren die Knochen nach und nach an Masse. Sie werden poröser und brüchiger. Einen stark voranschreitenden Knochenschwund bezeichnen Mediziner als Osteoporose. Er ist die Hauptursache für Knochenschmerzen und Knochenbrüche im Alter.

Osteoporose wirksam vorbeugen

Achten Sie während der Wechseljahre und auch danach auf eine kalziumreiche Ernährung sowie eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D. Kalzium ist ein wichtiger Baustein für den Knochenaufbau. Es kommt in großen Mengen in Milch und Milchprodukten vor, aber auch in grünem Blattgemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen. Vitamin D hilft dabei, das Mineral aus der Nahrung in den Zellen abzubauen, das heißt, es wird verstoffwechselt.

Vitamin D wird vor allem in der Haut gebildet, wenn diese ohne einen Sonnenschutz der UV-Strahlung ausgesetzt ist. Es gibt aber auch Lebensmittel, die Vitamin D enthalten wie zum Beispiel Fisch, Pilze oder Avocados. Allerdings ist es sehr schwierig, den gesamten Vitamin D-Bedarf über die Nahrung abzudecken. Es empfiehlt sich deshalb, besonders in den Wintermonaten zusätzlich Vitamin D-Kapseln einzunehmen, um die Knochen ausreichend mit Kalzium zu versorgen.

Symptome und Diagnose von Osteoporose

Eine Frau in den Wechseljahren lässt Knochen und Gelenke beim Arzt überprüfen

Osteoporose ist eine schleichende Krankheit, die bei vielen Menschen jahrelang unerkannt bleibt. Ein häufiges Symptom sind Knochenschmerzen, insbesondere plötzlich auftretende starke Rückenschmerzen, die durch Wirbelkörperfrakturen ausgelöst werden. Brechen mehrere Wirbelkörper, nimmt die Körpergröße ab. Bei vielen Betroffenen krümmt sich die Wirbelsäule (Kyphose). Diese Symptome treten jedoch erst bei einer fortgeschrittenen Osteoporose auf.

Nicht nur die Wirbelsäule ist von Osteoporose betroffen. Oberschenkelhalsbrüche gehören zu den häufigsten Ursachen für Pflegebedürftigkeit im Alter. Je früher Osteoporose erkannt wird, desto besser lässt sich Knochenbrüchen vorbeugen. Für Frauen empfiehlt es sich deshalb schon während der Wechseljahre eine Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) durchführen zu lassen, um das Osteoporoserisiko abzuschätzen. Die Knochendichte wird mit einer strahlungsarmen Röntgenmethode durchgeführt und dauert nur wenige Minuten.

Behandlungsmöglichkeiten bei Osteoporose

Da Östrogenmangel mit dem Beginn der Wechseljahre das Osteoporoserisiko erhöht, kann eine Hormonersatztherapie helfen, den Knochenaufbau zu stimulieren. Aber es gibt auch weitere Medikamente, die dem Knochenabbau entgegenwirken, den Knochenaufbau fördern und Knochenschmerzen lindern können. Welche Medikamente für die Behandlung von Osteoporose infrage kommen, muss mit dem jeweiligen Arzt abgestimmt werden.

Ist es bereits zu ersten Wirbelkörperfrakturen gekommen, kann die Wirbelsäule bei einem operativen Eingriff stabilisiert werden. Bei der sogenannten Vertebroplastie spritzt der operierende Arzt einen medizinischen Zement in den gebrochenen Wirbelkörper und stärkt ihn so von innen.

Leben mit Osteoporose: Stürze vermeiden

Ein sehr wichtiger Bestandteil der Osteoporosebehandlung ist die Vermeidung von Stürzen. Durch Sport und Physiotherapie werden Muskeln aufgebaut sowie die Koordination und Balance gesteigert. Viele Stürze finden in den eigenen vier Wänden statt. Oft sind es Kabel, hochstehende Teppichkanten, Stufen oder Schwellen, die zu Stolperfallen werden. Menschen mit Osteoporose sollten deshalb darauf achten, dass die Wohnung barrierefrei eingerichtet ist.

Arthrose: Gelenkschmerzen während der Wechseljahre

Als Arthrose bezeichnet man die Abnutzung von Knorpeln und Gelenkflächen und die daraus resultierenden Entzündungen und Schmerzen. Mit fortschreitendem Krankheitsverlauf versteifen sich die Gelenke, bis ihre Mobilität komplett eingeschränkt ist. Arthrose ist zwar nicht direkt eine Folge der Wechseljahre, aber da Östrogene den Stoffwechsel fördern und eine entzündungshemmende Wirkung haben, begünstigt die sinkende Produktion der Sexualhormone Gelenkschmerzen und das Fortschreiten einer bereits bestehenden Arthrose.

Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose

Arthrose ist nicht heilbar, aber es gibt Behandlungsmethoden, die den Krankheitsverlauf im Frühstadium verlangsamen können. Erste Abnutzungserscheinungen im Knie- und Hüftgelenk, aber auch in den Händen treten bei vielen Menschen bereits ab Mitte 30 auf. Diese Vorstufe der Arthrose verläuft meist ohne Beschwerden, was die Diagnose erschwert. Wird der Verschleiß dennoch frühzeitig erkannt, kann durch ein Glätten der Knorpelschicht oder das Spritzen von Hyaluronsäure die Geschmeidigkeit der Gelenke verbessert werden.

Im fortgeschrittenen Stadium geht es bei der Behandlung vorrangig darum, Gelenkschmerzen zu reduzieren. Sind bereits große Teile der Knorpelschicht zerstört, bleibt in der Regel nur noch der künstliche Gelenkersatz.

Weniger Gelenkschmerzen durch Bewegung und richtige Ernährung

Der Gelenkverschleiß lässt sich zwar nicht umkehren, aber die Betroffenen können selbst einiges tun, um dem Fortschreiten der Arthrose Einhalt zu gebieten. Regelmäßige Bewegung sorgt für eine Durchblutung sowie Stärkung von Muskeln und Gewebe und beugt einer Versteifung der Gelenke sowie Gelenkschmerzen vor. Gelenkschonende Sportarten sind beispielsweise Radfahren, Nordic Walking oder Schwimmen.

Entzündungen und Gelenkschmerzen können durch die richtige Ernährung gelindert werden. Vermeiden Sie säurebildende Nahrungsmittel wie zum Beispiel Fleisch oder Weizenprodukte und essen Sie stattdessen mehr Obst, Gemüse und vor allem grüne Blattsalate. Gerichte aus Quinoa, Hirse, Buchweizen oder mit Kürbiskernen bieten eine gute Alternative zu Nudeln oder Reis. Außerdem sollten Sie viel trinken. Der Körper braucht Flüssigkeit, um die Gelenke geschmeidig zu halten.

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