Typische Wechseljahresbeschwerden

Die Umstellung des Hormonhaushalts während der Wechseljahre geht an keiner Frau spurlos vorüber. Dennoch fällt die Ausprägung der einzelnen Symptome individuell ganz unterschiedlich aus. Welche Wechseljahresbeschwerden gibt es, wie viele Frauen leiden unter ihnen und welche Gesundheitsrisiken steigen nach der Menopause?

Erste Symptome der anstehenden Wechseljahre

In einer Hinsicht verlaufen die Wechseljahre bei allen Frauen gleich: Sobald keine Eizellen mehr in den Eierstöcken heranreifen, kann die Frau keine Kinder mehr bekommen. Der Zyklus aus Eisprung und monatlichen Blutungen kommt zum Ende. Die ersten hormonellen Veränderungen setzen bei vielen Frauen bereits mit Anfang 40 ein. Die Eierstöcke verlangsamen ihre Arbeit, hin und wieder bleibt ein Eisprung aus und es kommt zu Zyklusstörungen. In dieser Phase, die auch Prämenopause genannt wird, werden die Blutungen meist häufiger und stärker.

Typische Beschwerden in dieser Frühphase des Klimakteriums, wie die Wechseljahre auch genannt werden, sind:

Die Symptome treten bei den meisten Frauen in größeren Zeitabständen auf und haben keinen ausgeprägten Krankheitscharakter. Wer jedoch unter starken Wechseljahresbeschwerden leidet, sollte in jedem Fall einen Frauenarzt konsultieren. Bei etwa einem Prozent der Frauen stellen die Eierstöcke schon vor dem 40. Lebensjahr die Produktion ein. Häufig spielen dabei Krankheiten wie Diabetes, Schilddrüsenfehlfunktionen oder eine Chemotherapie eine große Rolle. Der daraus folgende frühzeitige Östrogenmangel birgt erhöhte Gesundheitsrisiken im Alter.

Wechseljahresbeschwerden kurz vor der Menopause

Eine Frau leidet unter Wechseljahresbeschwerden

Mit Ende 40 kommen die meisten Frauen in die Perimenopause. Dies ist die Phase, in der die Wechseljahre spürbar fortschreiten. Der Zyklus wird unregelmäßiger, die Zeit zwischen den einzelnen Blutungen länger. Nach der letzten Regelblutung, der sogenannten Menopause, dauert es häufig noch ein bis zwei Jahre bis der Hormonhaushalt eine neue Balance gefunden hat.

Zu den typischen Wechseljahresbeschwerden in dieser Zeit zählen Hitzewallungen. Etwa zwei Drittel der Frauen leiden darunter. 80 Prozent berichten von Erschöpfungszuständen und stellen einen Leistungsabfall an sich selbst fest. Ein häufiger Grund für diese Symptome sind Schlafstörungen. Über die Hälfte der Frauen nimmt an Gewicht zu und 40 Prozent klagen über Verdauungsbeschwerden. Da Östrogene stimmungsaufhellend wirken, führt der Östrogenmangel bei vielen zu einer erhöhten Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen. [1]

Beschwerden nach der Menopause

Die meisten Wechseljahresbeschwerden klingen zwar ein bis zwei Jahre nach der Menopause wieder ab, aber der bestehende Östrogenmangel begleitet die Frau nun für den Rest ihres Lebens und hat einen großen Einfluss auf die Gesundheit. Die Schleimhäute der Scheide werden weniger durchblutet und trocknen aus. Die zunehmende Scheidentrockenheit beeinträchtigt auf der einen Seite den Geschlechtsverkehr und erhöht auf der anderen Seite das Risiko für Infektionen. Von dieser Rückbildung der Schleimhäute und der Gewebeerschlaffung ist auch die Blase betroffen. Die Folge sind vermehrte Blasenentzündungen und Inkontinenz.

Schon ab Mitte 30 beginnt bei Frauen, die nicht regelmäßig Sport treiben, der Muskelabbau, was zu Rückenschmerzen und Gelenkbeschwerden führen kann. Auch die Knochen werden durch den Östrogenmangel brüchiger. Knapp ein Drittel der Frauen in der Postmenopause leidet an Osteoporose. Der fortgeschrittene Knochenabbau erhöht die Gefahr für Knochenbrüche und führt bei vielen Betroffenen zu einer Verbiegung im oberen Wirbelsäulenbereich.

Während der Wechseljahre wird das Gehirn nicht mehr optimal mit Sauerstoff versorgt. In der Folge lassen Konzentration und Gedächtnis nach. Diese Beeinträchtigungen sind nicht mit Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen zu verwechseln. Jedoch weisen Studien darauf hin, dass der Östrogenmangel in der Postmenopause den Fortschritt von Demenzerkrankungen beschleunigt.


[1] Quelle: http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_wechseljahresbeschwerden-phasen-der-wechseljahre_468.html
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