Wechseljahre – (k)ein Tabuthema

Es gibt Themen, über die redet niemand gerne – die Wechseljahre sind eines davon. Besonders die damit verbundenen Beschwerden wie Hitzewallungen, Depressionen oder Blasenschwäche sind vielen Frauen peinlich. Es hilft Ihnen jedoch nicht, wenn Sie die Wechseljahre zum Tabuthema erklären. Belastendes überstehen wir besser, wenn wir uns damit auseinandersetzen – manchmal für uns allein, manchmal gemeinsam mit einer vertrauten Person. Brechen Sie dieses Tabu und gehen Sie gestärkt durch die Wechseljahre.

Wechseljahre als Teil der Weiblichkeit akzeptieren

Die Wechseljahre sollten kein Tabuthema sein in der Beziehung

Die Wechseljahre sind ein natürlicher Prozess, den keine Frau vermeiden kann. Sie bilden den Übergang in eine neue Lebensphase, die genauso glücklich und erfüllend sein kann, wie die vorherige. Voraussetzung dafür ist, dass Sie die Wechseljahre nicht als Ende der Jugend und Fruchtbarkeit betrachten, sondern als Neuanfang – als eine Zeit größerer Selbstbestimmung.

Die vergangenen Jahrzehnte, in denen die Medizin die Wechseljahre wie eine Krankheit behandelt hat und in denen die Hormonersatztherapie nicht nur als Wundermittel gegen Beschwerden, sondern auch als Jungbrunnen angesehen wurde, haben nicht dazu beigetragen, die Wechseljahre aus der Ecke der Tabuthemen herauszuholen. Im Gegenteil: Ein krampfhaftes Festhalten an einer „ewigen Jugend“ erschwert es Frauen, sich offen mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Keine Angst vor dem Alter

Die Themen Wechseljahre und Älterwerden sind sehr eng miteinander verbunden. Während der Wechseljahre wird die Haut trockener und faltiger, die Haare werden dünner und das Gewicht steigt an. Das lässt sich nur schwer mit den den Medien vereinbaren, die das gesellschaftliche Bild der Frau prägen. Der Druck auf die Frauen, jugendlich zu wirken, ist so groß wie nie. Das Alter lässt sich jedoch nicht aufhalten. Und jede Frau sollte ihren eigenen Frieden mit ihrem Körper schließen.

Sport und eine gesunde Ernährung können die Zeit zwar nicht anhalten, aber sie stärken ein positives Körpergefühl, lindern Wechseljahresbeschwerden und beugen Krankheiten vor. Suchen Sie sich positive Altersbilder. So wird beispielsweise in Japan das Alter generell positiv betrachtet. Ältere Menschen werden aufgrund ihrer Erfahrungen stärker geschätzt und spielen in der Gesellschaft eine größere Rolle.

Tabuthema Sex

Sex ist heute zwar kein Tabuthema mehr, aber sexuelle Probleme schon. In den Wechseljahren lässt bei vielen Frauen die Libido nach. Sobald sich der Hormonhaushalt stabilisiert hat, kehrt die Lust aber meistens zurück. Frauen in den Wechseljahren und danach leiden außerdem häufig unter Scheidentrockenheit. Dies führt zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und wirkt sich ebenfalls negativ auf das Lustempfinden aus. Gegen Scheidentrockenheit kann ein Gleitgel helfen.

Für ein erfülltes Sexleben im Alter ist wichtig, dass beide Partner mit sich selbst im Reinen sind, ihre Körper so akzeptieren, wie sie sind und offen über Wünsche und Schwierigkeiten sprechen. Bei dauerhaften Schmerzen oder Erektionsproblemen sollten weder Sie noch Ihr Mann sich scheuen, einen Arzt aufzusuchen. Eine Frauenärztin oder ein Androloge kann den Ursachen auf den Grund gehen und eine passende Behandlung finden.

Suchen Sie sich jemanden zum Reden

Frauen in den Wechseljahren stehen vor mehreren Herausforderungen. Einerseits haben sie mit mehr oder weniger starken Wechseljahresbeschwerden zu kämpfen. Andererseits wollen sie sich nichts anmerken lassen. Sie haben Angst, im Beruf Schwächen zu zeigen und als weniger leistungsfähig zu gelten. Und auch privat fürchten sie, nicht mehr so anerkannt zu werden, wenn sie zugeben, dass die Wechseljahre begonnen haben.

Dieser soziale Druck kann Beschwerden wie Depressionen verstärken. Deshalb sollten Sie sich eine Vertrauensperson suchen, mit der Sie über die Wechseljahre und damit verbundene Ängste reden können. Das kann Ihr Partner sein oder eine enge Freundin. Suchen Sie sich eine Frauenärztin, bei der Sie sich rundum gut betreut fühlen. Mit ihr können Sie auch über sexuelle Probleme oder andere als peinlich erachtete Beschwerden wie beispielsweise mit der Blase oder der Verdauung sprechen. Alternativ können Sie sich auch an eine Wechseljahresberaterin wenden.

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