Verhütung in den Wechseljahren

Im Laufe der Wechseljahre kommt es immer seltener zum Eisprung. Das heißt jedoch nicht, dass Frauen mit Mitte oder Ende vierzig nicht mehr schwanger werden können. Hier erfahren Sie, wie lange Sie verhüten müssen, warum die Hormonspirale während der Wechseljahre besser ist als die Anti-Baby-Pille und welche anderen Verhütungsmittel in den Wechseljahren empfehlenswert sind.

Wie lange ist Verhütung in den Wechseljahren nötig?

Die Verhütung ist auch in den Wechseljahren nötig

Mit Beginn der Wechseljahre wird der Zyklus der Frau immer unregelmäßiger. In den Eierstöcken reift nicht mehr jeden Monat eine Eizelle heran. Das bedeutet jedoch nicht, dass Frauen während dieser Zeit nicht mehr schwanger werden können. Geburtsstatistiken[1] zufolge sind rund 0,15 Prozent der Mütter über 45 Jahre alt und 0,02 Prozent sind sogar älter als 50. Solange der Vorrat an Eizellen nicht aufgebraucht ist, kann eine Frau schwanger werden. Deshalb ist auch in den Wechseljahren die Verhütung weiterhin ein wichtiges Thema.

Die fruchtbare Phase endet erst mit der Menopause – und diese gilt als erreicht, wenn die letzte Regelblutung ein Jahr zurückliegt. Alternativ können Frauen, die mehrere Monate lang keine Regelblutung mehr hatten, beim Arzt eine Reihe von Blutuntersuchungen im Abstand von einigen Wochen durchführen lassen, um die Östrogenwerte und Werte für das follikelstimulierende Hormon (FSH) bestimmen zu lassen. Sind über einen längeren Zeitraum die Östrogenwerte gering und die FSH-Werte gleichbleibend hoch, ist davon auszugehen, dass kein Eisprung mehr stattfinden wird.

Verhütungsmethoden während der Wechseljahre

Welche Verhütungsmethode infrage kommt, hängt von den Bedürfnissen und der persönlichen Einstellung der Frau ab. Und diese können sich im Laufe des Lebens verändern. Besonders ab 40 stellt sich die Frage, ob Sie lieber auf hormonfreie Verhütungsalternativen umsteigen wollen. Denn werden für die Verhütung in den Wechseljahren Hormone verwendet, bestimmen diese den Zyklus, und es ist nicht erkennbar, wann die fruchtbare Phase endet.

Wechseljahre trotz Pille

Bei jungen Frauen bringt die Pille viele Vorteile: Sie gilt als sehr sicheres Verhütungsmittel, sie reguliert den Zyklus, der besonders in den ersten Jahren oft noch unregelmäßig verläuft und sie reduziert Regelbeschwerden. Auch in den Wechseljahren wirkt die Pille typischen Wechseljahresbeschwerden entgegen. Sie hat jedoch keinen Einfluss darauf, wann die Menopause eintritt. Dieser Zeitpunkt wird ausschließlich durch den Vorrat an Eifollikeln bestimmt. Wer die Pille weiternimmt, kommt also auch in die Wechseljahre. Es gibt Frauen, welche die Pille bis Anfang 50 nehmen und die Wechseljahre dadurch ohne lästige Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen überstehen.

Das klingt zunächst vielversprechend, bringt allerdings auch Risiken mit sich. Während der Wechseljahre steigt das Risiko für Thrombosen, Herzinfarkt und Schlaganfall, und die Pille verstärkt diese Gesundheitsrisiken noch. Deshalb empfehlen viele Ärzte, dass Frauen mit Anfang bis Mitte 40 die Pille absetzen und für die Verhütung in den Wechseljahren andere Methoden einsetzen.

Kupferspirale oder Hormonspirale – was ist für die Wechseljahre besser?

Eine beliebte Methode zur Verhütung in den Wechseljahren ist die Spirale. Sie wird von der Frauenärztin direkt in die Gebärmutter eingesetzt und beugt drei bis fünf Jahre lang effektiv einer Schwangerschaft vor. Die Kupferspirale wirkt dabei ohne Hormone, indem sie einerseits die Mobilität der Spermien hemmt und andererseits das Einnisten einer Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut verhindert. Allerdings verstärkt eine Kupferspirale oft die Regelblutung, und nicht jede Frau verträgt sie.

Für viele Frauen ist deshalb die Hormonspirale während der Wechseljahre das Verhütungsmittel der Wahl. Ähnlich wie bei der Pille reduzieren die Hormone Wechseljahresbeschwerden. Da die Hormone bei der Spirale jedoch lokal eingesetzt werden und nicht den gesamten Körper belasten, sind die möglichen Gesundheitsrisiken auch weniger stark ausgeprägt.

Barrieremethoden zur Verhütung: Kondom, Diaphragma & Co.

Die schonendsten Verhütungsmethoden für den weiblichen Körper sind die, die eine physikalische Barriere zwischen den Spermien und dem Muttermund bilden. Am einfachsten anzuwenden ist das Kondom. Manche Paare bemängeln jedoch, dass der Sex durch die Verwendung eines Kondoms an Spontanität verliert und dass die Empfindungsfähigkeit gedämpft wird.

Aus diesem Grund entscheiden sich manche Frauen für ein Diaphragma. Ein Diaphragma ist ein runder, mit Silikon überspannter Ring, der mit einem Spermizidgel bestrichen und tief in die Scheide eingeführt wird, wo es den Muttermund versperrt. Da das Risiko für Anwendungsfehler bei einem Diaphragma sehr hoch ist, gilt dieses Verhütungsmittel als nicht sehr sicher.

Besser ist ein Lea Contraceptivum. Diese tassenähnliche Kappe aus Silikon wird wie das Diaphragma mit einem Spermizidgel bestrichen und vor dem Muttermund platziert. Es ist jedoch viel leichter anzuwenden und das Risiko, dass durch falsche Anwendung doch Spermien in die Gebärmutter eindringen, ist deutlich geringer. Damit eignet es sich besser für die Verhütung in den Wechseljahren.


[1] Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/161856/umfrage/geburten-nach-dem-alter-der-mutter-in-deutschland/
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